IMG_4412

Alle in Bewegung im „Shared Space“

Optisch attraktiv soll das Ortsbild sein, und verkehrstechnisch optimal für alle Bürger und Besucher ausgerichtet. Das ist es wohl, was sich jede Kommune für ihren Ort wünscht. Zwischen den traditionell gefestigten Anliegen des Ortsbildschutzes und dekorativen Maßnahmen zur Ortsgestaltung reiht sich immerdar die größte Herausforderung: Das Verkehrskonzept. Die Modelle aus den 1970er-Jahren haben ausgedienat, Planungsphilosophien wie „Shared Space“ und „Begegnungszonen“ sind aktueller denn je.

Wie vielerorts ist auch in Tamsweg das beste und sicherste Verkehrskonzept erwünscht. Das Verkehrskonzept als Dauerbrenner, es soll den Wünschen der Allgemeinheit entsprechen: Den Anliegen des mobilen Verkehrsteilnehmers in gleichem Maß wie jenen des Anrainers, des Gastronomen und Geschäftsbetreibers sowie des verweilenden Besuchers. Es sind viele Interessen, die im gemeinsamen öffentlichen Verkehrs- und Bewegungsraum aufeinander treffen. Die Zukunft sind Planungsphilosophien wie „Shared Space“ und „Begegnungszonen“. Da hier, und darin sieht auch Tamswegs Bürgermeister Georg Gappmayer den Sinn, „nicht das Auto, sondern der Mensch in seiner unterschiedlichen Bewegungsform im Mittelpunkt steht.“

Es ist vor allem generell die Soziabilität, die er darin sieht. „Früher haben die Leute mehr aufeinander geschaut. Dann kam dieses ‚das ist mein Radweg und dein Gehweg’. Davon will man heute wieder weg. Es geht um ein ‚sich gegenseitig wieder mehr achten’, um einen respektvollen Umgang“, sagt Georg Gappmayer. Auch im Lungauer Bezirkshauptort verlangt es das zunehmende Verkehrsaufkommen, dass der Verkehr – und das gerade im Marktzentrum – noch besser gelenkt werden muss. 

Alle Wege führen zu „Shared Space“. Einer Lösung, mit der der vom motorisierten Verkehr dominierte öffentliche Straßenraum, vorrangig in den Ortszentren, wieder lebenswerter werden soll. Verkehrsberuhigung, optimaler Verkehrsfluss und Stärkung der Aufenthaltsqualität sind die Maßstäbe in diesem gemeinsam genutzten Raum, wobei der Sicherheit oberste Priorität beigemessen wird. Diesbetreffend begann man in Tamsweg vor zwei Jahren mit der Umsetzung von neuen Verkehrslösungen im Schulzentrum. Dem folgte die Sanierung der Parkgarage. Als nächster Schritt wird die Umgestaltung des viel frequentierten Postplatzes folgen.

Hin zu einer „Begegnungszone“ in Tamsweg wiederum führt das Vorhaben, den Durchzugsverkehr am Marktbereich außen vorbei zu leiten. Dies soll mittels Verlegung der Bundesstraße, die sich derzeit direkt am Marktplatz vorbei schlängelt, erreicht werden. Als Vorreiter für diese „Gemeinschaftsstraßen“, die räumlich eingegrenzt und definitiv als solche ausgezeichnet sind, gilt die Schweiz. In Österreich wurde die „Begegnungszone“ mit der Novellierung der Straßenverkehrsordnung im Jahr 2013 gesetzlich verankert. Mittlerweile haben so einige Städte, die Verkehrsplanungsphilosophie bereits aufgegriffen: Allerseits mit den Erwartungen an ein harmonisches, gleichberechtigtes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer im geschwindigkeitsreduzierten Raum, wobei die Vorfahrtsregel übrigens Gültigkeit behält.

Alle Beiträge aus Aktuelles


Facebook Icon