Alternative Mobilität

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Alternative Mobilität

Der Zwang, Energie zu sparen, hat längst auch die Automobilindustrie erfasst. Also wurden und werden immer neue Modelle konstruiert, unterschiedlichste Antriebsarten entwickelt und nach neuen Energie-trägern für unsere Mobilität gesucht. Der Elektroantrieb, egal ob pur oder mit einem Verbrennungsmotor kombiniert, wird forciert eingesetzt, aber auch Energierückgewinnung, Erdgas und sogar Wasserstoff werden als Quelle angewandt. 
 Ein Artikel von René Herndl

Golf_GTE-KabelanschlussVor allem der Umweltschutz wie auch die langfristigen Kosten für Mobilität zwingen die Automobilhersteller, zunehmend neue, alternative Antriebsarten anzubieten. Weniger Spritverbrauch und mehr Effizienz stehen im Vordergrund. Noch vor 25 oder 30 Jahren war der Spritverbrauch von Personenwagen in der Realität rund doppelt so hoch wie heute, obwohl die Autos deutlich leichter und meist auch kleiner waren. Inzwischen sind die Fahrzeuge um ein Vielfaches sauberer geworden, was nicht bedeutet, dass die Entwicklungen schon am Ende sind, eher erst am Anfang.

Aufschlussreiche Studie

Eine Verbraucherstudie hat vor einiger Zeit ergeben, dass das Umweltbewusstsein auch unter Autofahrern deutlich wächst. Klimafreundliche Mobilität ist also angesagt, wenngleich die Nutzung energiesparender Autos noch nicht wirklich groß ist. Aber sie steigt. Immerhin sind z.B. in Deutschland schon rund 30 Prozent auch zum teilweisen Verzicht auf das Auto bereit. Dazu kommt, dass sich auch die Wertigkeit des Automobils langsam ändert, also auch der ökonomische Aspekt und umweltfreundliches Verhalten an Bedeutung gewinnen. Darauf stellen sich die Hersteller immer besser ein, wie auch die steigende Zahl alternativ angetriebener Modelle belegt. Dabei setzen sie auf unterschiedliche Techniken: Elektro, Hybrid, Wasserstoff oder Erdgas.

Leichtbau & Co

Die Entwicklung ist zudem von anderen Verbesserungsmaßnahmen begleitet. So stand einige Zeit die Aerodynamik als Schlüsseldisziplin zur Verbrauchssenkung im Fokus, die aber nun durch die SUV-Welle ad absurdum geführt wird. Ein entscheidender Schritt war und ist eher der Leichtbau, der jedoch durch den Zuwachs an Sicherheits- und Komfort-Features aufgehoben wurde, sodass die Autos schwerer sind als je zuvor. Erst die allerjüngsten Modelle sind nun doch etwas leichter als ihre Vorgänger. Die größten Fortschritte sind letztlich immer bei der Effizienzsteigerung beim Antrieb, bei den Motoren selbst und bei den Getrieben und in der Abstimmung der Antriebsmechanismen aufeinander gemacht worden. Und hier ist auch in den kommenden Jahren noch das meiste zu erwarten.

Antriebs-Zukunft

Hyundai-Ioniq-HybridWie sich BMW die Zukunft vorstellt, vielleicht sogar die Richtung vorgibt, ist an den beiden bisher präsentierten (Elektro-)Modellen i3 und i8 abzulesen. Die Bayern setzen auf markentypischen Fahrspaß und sportiven Auftritt, wobei sich die oft angenommene Diskrepanz zwischen Benzintechnik und Elektromobilität dynamisch auswirkt. Die Kombination aus Elektroantrieb und kleinen, aber kräftigen Turbomotoren spielt für den Übergang eine wesentliche Rolle – der Hybridboom wird weiter zulegen! Letzteren hat sein Wegbereiter, der auch die größte Palette an Hybridmodellen anbietet, nämlich Toyota losgetreten, wo z.B. der Prius nach wie vor als Beispiel für Sparsamkeit gilt. Aber auch andere Hersteller, etwa Nissan, Mercedes oder Volvo, auch VW und sogar Porsche steigen in dieses Antriebskonzept ein und bieten immer mehr Modelle auch mit Hybrid-Technik an. Audi wirbt mit sparsamem Verbrauch und entspanntem Fahrgefühl beim neuen Dual-Mode-Hybrid. Mit diesem Motor wollen die Ingolstädter Toyota vom Öko-Thron stürzen. Wie die Chancen dazu stehen, wird sich bei den Kosten dieses Antriebs bzw. der Batterien zeigen. Die Schlagworte der Hybrid-Zukunft lauten jedoch zweifellos: Dreizylinder-Verbrenner, Aluminium-Leichtbau, Fünfzylindermotoren, Turboaufladung und Diesel-Direkteinspritzung.

Problemstoff Wasserstoff

Manche führenden Hersteller wollen schon bald Wasser-stoffautos in Serie bauen. Hyundai hat hier mit dem ersten in Serie produzierten Brennstoffzellenfahrzeug ix35 Fuel Cell eine Vorreiterrolle eingenommen. Bei Mercedes meint man, dass „…mit der Brennstoffzelle… Wasserstoff in unserer Wirtschaft eine ähnlich zentrale Rolle übernehmen“ könnte, wie sie bisher das Öl hat. Das Hauptproblem dabei ist – ähnlich oder noch mehr wie bei Stromtankstellen – die dazu benötigte Infrastruktur für die Betankung. Diese ist bislang nicht einmal ansatzweise gegeben. Von der Herstellung, Lagerung und dem Transport ganz abgesehen.

BMW-i3---2Bei den Elektroautos ist der Wettbewerb zwar etwas intensiver geworden, aber noch immer in den Kinderschuhen, wobei diese – im Gegensatz zu Brennstoffzellen-Fahrzeugen – eine wesentlich längere Ladezeit brauchen. Auch die Fortschritte bei der Entwicklung von sicheren und haltbaren Akkus werden immer schwieriger – so zumindest tönt es aus Herstellerkreisen. „In Hinblick auf ein Fahrzeug, das etwa 400 bis 600 Kilometer Reichweite besitzt, wird ein Fahrzeugkonzept mit Brennstoffzelle günstiger und leichter sein als ein rein batterieelektrisches Fahrzeug“, meint man bei Toyota, die mit BMW kooperieren. Mercedes-Chef Zetsche äußerte sich mit Blick in die Zukunft so: „Bei einem Produktionsvolumen von hunderttausend Stück wird die Brennstoffzelle nicht mehr kosten als ein Hightech-Diesel mit Elektrohybrid.“ Bis zum Ende des Jahrzehnts dürfte der Wettlauf unter den Antrieben jedenfalls noch spannend werden.

Elektro und Erdgas

Zurzeit schon am Markt angebotene Elektroautos sind meist klein, fein und trendig. So wie z.B. der Renault Zoe, dessen Käufer zwar das Vehikel kauft, nicht aber dessen Batterie. Die wird dazugeleast. Das macht nicht nur Renault so. Batteriemietverträge gibt es auch für den Smart Electric Drive.
Andere, größere Elektrogleiter, etwa der Tesla, sind ohnehin schon teuer genug, aber dafür mit hohem Prestigewert versehen. Man darf auch gespannt sein, wie Neuerscheinungen, etwa der Hyundai IONIQ (ab 2016) oder vorerst als Studien gezeigte Modelle die automobile Landschaft verändern.

Erdgasautos dagegen beeindrucken zwar nicht durch ihr Temperament, aber sie sind sparsam und machen auch in puncto Klimaschutz eine gute Figur. Noch viel sauberer wird‘s, wenn das Gas nicht aus der Erde, sondern vom Misthaufen stammt. Das Angebot ist hier relativ leicht zu überblicken, vielleicht auch, weil sie sich nicht mit der Aura bahnbrechenderNissan-IDS-ConceptZukunftstechnologie schmücken können. Für Vielfahrer sind derart energiebefeuerte Autos aber ganz sicher sinnvoll, im Betrieb kostengünstig und nicht zuletzt auch unter dem Umweltaspekt besser als Autos mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren. Hier haben VW, Opel und auch
Skoda die Nase im Wind, wenngleich das Entwicklungspotenzial ein geringeres scheint als bei anderen Energiealternativen.

 

 

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