Erste Hilfe im Notfall

©CoenWeesjes-20130706-1787

Erste Hilfe im Notfall

Wissen baut Ängste ab und motiviert dazu, im Ernstfall richtig zu handeln.

Mutig legt Franziska die Handballen auf den Brustkorb des „bewusstlosen“ Patienten und beginnt mit der Herzdruckmassage. Immer und immer wieder drückt sie auf das Brustbein – 30 Mal hintereinander. Das ist so anstrengend, dass sie erst einmal durchschnaufen und ein paar Sekunden Pause machen muss, ehe sie mit der Beatmung beginnt. Bei einem richtigen Patienten würden diese paar Minuten über Leben und Tod entscheiden. Glücklicherweise handelt es sich bei diesem Verunglückten um keinen echten Menschen, sondern lediglich um eine Übungspuppe. Ausbildung für Erste Hilfe – wie sie Franziska beim Rotkreuz-Kurs macht – ist ungemein wichtig, denn im Ernstfall gilt es, richtig zu handeln. „Wir sind sogar im Notfall zur Leistung von Erster Hilfe verpflichtet“, sagt Notarzt Joachim Schiefer. „Doch haben viele Menschen Angst, dabei etwas falsch zu machen. In Wahrheit gibt es aber nur einen einzigen Fehler: NICHTS ZU TUN! Kenntnisse über Erste Hilfe sind leicht erlernbar und sollten regelmäßig geübt werden“, so der Tamsweger Unfallchirurg und Bergrettungsarzt.

Wissen baut Ängste ab

Bei Bewusstlosigkeit mit bestehender Atmung reicht schon eine einfache Seitenlagerung, um ein mögliches Ersticken zu verhindern. Genauso kann bei einem Atemstillstand die sofort begonnene Brustkorbmassage lebens-entscheidend sein! Ein Notruf sollte immer so schnell wie möglich erfolgen. Diesen Anruf kann jeder durchführen, der zu einer Notfallsituation kommt. Sollten Sie alleine sein, rufen Sie laut um Hilfe. Jede weitere Person kann Sie bei allen Maßnahmen gut unterstützen.

Bewusstlosigkeit braucht rasches Handeln!

Bewusstlosigkeit ist ein Zustand, bei dem die erkrankte oder verunfallte Person die Fähigkeit zur räumlichen, örtlichen und zeitlichen Orientierung verloren hat. Die Betroffenen reagieren weder auf Ansprache noch auf körperliche Kontaktaufnahme. Bewusstlosigkeit kann viele Ursachen haben – wie z.B. Vergiftung, Schädelverletzung, Unterzuckerung, Gehirnschlag oder eine Gehirn-blutung. Neben dem Bewusstseinsverlust können lebenswichtige Schutzreflexe wie etwa Husten ausfallen. Es besteht daher bei jeder bewusstlosen Person in Rückenlage akute Lebensgefahr. „Die erste und wichtigste Maßnahme ist das Ansprechen des Betroffenen. Fragen Sie nach dem Namen. Diese einfache Frage kann fast jeder Erwachsene beantworten. Kommt keine Reaktion auf die verbale Kommunikation, dann setzen Sie als nächsten Schritt einen Berührungsreiz, am besten durch sanftes Schütteln an der Schulter. Wenn dieser Bewusstseinscheck auch keine Reaktionen hervorruft, kann von einer Bewusstlosigkeit ausgegangen werden“, erklärt der Notarzt.

Verletzungen und Verbrennungen

Wenn Sie sich beim Zwiebelschneiden in den Finger geschnitten, sich bei der Gartenarbeit die Haut zerkratzt oder vom Fahrrad gefallen sind und sich das Knie aufgeschürft haben: Kleine Verletzungen gehören zum Alltag und lassen sich gut selbst versorgen. Was sind jedoch kleine Verletzungen oder in welchen Fällen sollte man einen Arzt aufsuchen oder kommen lassen?

„Bei größeren Verbrennungen und Verletzungen, etwa einer offene Wunde, sollten Sie auf alle Fälle einen Arzt aufsuchen. Das Gleiche gilt für Bisswunden, weil Krankheitserreger aus dem Speichel schwere Infektionen auslösen können. Wenn die Tetanus-Impfung mehr als zehn Jahre zurück liegt, sollten Sie diese, auch bei kleinen Wunden, auf alle Fälle auch noch einmal auffrischen lassen“, betont Schiefer.

„Bei kleineren Verletzungen, wie Schürfwunden, müssen Sie dafür sorgen, dass sich eine Wunde nicht entzündet. Es ist es ratsam, bei der Versorgung Einmalhandschuhe anzuziehen. Säubern Sie die Wunde unter fließendem Leitungswasser, entfernen Sie mögliche Fremdkörper, wie Splitter, Dornen oder kleine Steine, mit einer Pinzette.“ Und im Anschluss sollte die Wunde sehr sorgfältig mit einem Pflaster verschlossen werden.

Bei kleineren Schnittwunden kann man sich ebenfalls selbst versorgen. Lassen Sie eine kleine Schnittverletzung kurz bluten, so werden Schmutz und Krankheitserreger aus der Wunde gespült. „Anschließend die Wunde desinfizieren und mit einem Pflaster Wundränder zusammenführen. Größere Schnitte sollten auf alle Fälle von einem Arzt versorgt werden.

Auch bei kleineren Brandwunden kann man sich selber helfen. Zuerst die Wunde unter nicht zu kaltem Wasser kühlen und dann ein Brandwundentuch auflegen“, veranschaulicht der Notarzt.

Alle Beiträge aus Gesundheit & Wellness


Facebook Icon