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Momentaufnahme

Menschen für ihre Region

Man kennt wahrscheinlich ihre Namen, vielleicht auch die Gesichter dazu. Zumindest aber „kommen sie einem irgendwie bekannt vor“. Sie sind mehr oder weniger Personen des öffentlichen Lebens. Denn im Rampenlicht stehen sie nicht unbedingt. Sie agieren eher im Hintergrund, bewirken damit aber Entscheidendes. Jede Gemeinde hat sie: „Ihre“ Männer und Frauen, die sich  für den Heimatort, oft für die ganze Region und manchmal weit über deren Grenzen hinaus engagieren. Verschieden sind ihre Stärken und Wirkungsbereiche, je nach ihrem Umfeld, ihrer Tätigkeit, ob Beruf, Hobby oder Ehrenamt. Es sind ganz einfach gesagt, Menschen mit innigem Bezug zu ihrer Region. In unserer Reihe von Kurzporträts stellen wir Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, einige vor. Sie sollen stellvertretend für viele andere stehen.

franz_mueller

Strongman, Extremsportler und Weltrekordler

Der Lungauer Fels in der Brandung, an ihm führt kein Weg vorbei! Kein Wunder eigentlich, die Optik des groß gewachsenen, über hundert Kilo schweren Mannsbildes tut schließlich das ihre dazu. Dass in dem starken Franz Müllner „ein ganz normaler Mensch steckt, der auch als solcher behandelt werden will“, das sagt er selbst. Und wer ihn kennt, schätzt ihn als lustigen, herzlichen und direkten Menschen, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt und aus dem die Ideen nur so heraussprudeln. Vor Film-, Fernseh- und Fotokameras setzt er seine Person und seine Projekte stets perfekt in Szene. Immer der Blickfang dabei: seine tätowierten Unterarme mit „Larissa“- und „Angelina“-Schriftzug, die Namen seiner 18 und 8 Jahre alten Töchter. „Ganz normal“ beschreibt vielleicht den Charakter Franz Müllner, keineswegs aber seine Aktionen. Die sind ausnahmslos verrückt, bei vielen ging er schon an seine absolute Grenze. Beim Schieben des 244 Tonnen schweren Riesenrades oder, heuer im Juni, etwa beim Ziehen der Boing. „Das Ärgste, das mache ich nie wieder“, erklärt der Weltrekordler. Davon, offizielle Guinness-Rekorde, hat er übrigens zwölf. Dazu zwanzig Einträge im Rekordebuch „Ripleys Einfach unglaublich!“. Dass der prominente Lungauer gerade in seiner Heimat geliebt und gehasst ist, diesem Umstand steht er gelassen gegenüber. „Meine Frau Michaela, meine Familie, Fans, Freunde und Firmen stehen immer hinter mir“, blendet der Extremsportler Ablehnung aus und schöpft lieber aus seinem privaten Umfeld immer wieder neue Kräfte.
Spektakulär geht es für Franz Müllner, der nun schon so viele Jahre im Extremsport- und Showgeschäft ist, auch weiter. Abgedreht vor kurzem ist die erste, eine österreichische, Filmproduktion, in der er mitwirkte: Im Horrorstreifen „Grindlwald“ gibt der Lungauer sein Schauspieldebüt. Und bei der ersten „Fit your Body“-Messe in Salzburg verleiht der gefühlt 25 Jahre alte, laut Geburtsurkunde aber 44-Jährige, erstmals auch noch den „Franz Müllner X-Award“. Zehn Extremsportler wird er mit einem solchen auszeichnen.

Der Lungau und seine Menschen sind für mich …

… meine Heimat, wo ich geboren und aufgewachsen bin, und wo ich mein weiteres Leben verbringen will. Hier ist die Natur, hier sind meine Freunde. Das ist die Verbindung.

josef_gruber

Triathlet, Eventorganisator und Coach

Der Wohnsitz Josef Grubers und seiner Ehefrau Elfi ist mit seiner Firma G-Sport I Sport Solutions in die Landeshauptstadt verlegt worden. Seiner Heimat bleibt der Unternberger aber weiterhin treu. „Ich bin ein sehr natur- und sportverbundener Mensch, dafür bietet sich der Lungau optimal an. Mit seiner wunderschönen Landschaft offeriert er alle Möglichkeiten, die man sich als Sportler wünschen kann“, streut der 41-jährige Sportwissenschafter seiner Heimat Rosen. Geschätzt wird er zuhause vor allem als die Person, die dem Triathlonsport den Weg in den Lungau ebnete. Er machte diese Sportart nicht nur attraktiv, sondern stellte sie mit der Gründung der tri union Lungau auch auf organisierte Beine. „Die tri union gilt als eine wichtige Basis für den Triathlon und Ausdauersport im Lungau. Vor allem war und ist mir die Arbeit im Nachwuchsbereich wichtig. Da geht es um eine möglichst vielseitige Ausbildung unserer Jugend.“ Der Ausdauersport bestimmt auch sein berufliches Leben. Josef Gruber ist zum einen als Coach tätig, als solcher betreut und begleitet er Athleten zu ihren sportlichen Zielen. Zum anderen organisiert er Sportevents, darunter renommierte Großveranstaltungen wie den Trumer-Triathlon. Auch der Salzburger Firmen-Triathlon, der „mozart 100“, und das Salzburg Trailrunning Festival tragen seine Handschrift. Die sportorganisatorische Rückkehr in die Heimat gelang ihm mit dem „Lungauer Murtallauf“. „Der Ausdauersport ist für mich zum Lebensinhalt geworden“, sagt der sympathische und umsichtige Sportler, der auch selbst viel trainiert und an Wettkämpfen teilnimmt. Dort ein Einzelkämpfer, da ein Teamplayer – und alles in allem ein authentischer Botschafter des Sports.

Der Lungau und seine Menschen sind für mich …

… eine Quelle der Kraft und Energie – ob in den Gesprächen mit den Lungauerinnen und Lungauern oder beim Wanderm in den (Nock)Bergen!

melanie_prodinger

Bezirksleiterin der Landjugend Lungau

Sie ist heimatverwurzelt und bodenständig, lacht gerne und „heifeg“ (häufig) und klärt schmunzelnd auf, dass doch jeder weiß, dass sie „überhaupt nid gern und viel red’.“ Ihre Kommunikationsfreude, Offenheit und ihr Humor kommen der Bezirksleiterin der Landjugend Lungau in ihrem Amt zweifellos zugute. In der Ortsgruppe Mariapfarr-Weißpriach beheimatet, kam die Mariapfarrerin, die in Schwarzach als Krankenschwester arbeitet, 2011 in den Bezirksvorstand. Zunächst übernahm sie die Rolle der Biko (Bildungskoordinatorin). Seminare und Workshops – diese zu koordinieren und zu organisieren, ist eine der Aufgaben des Bezirksvorstandes – stehen für die 22-jährige Frohnatur als eine Möglichkeit der Fortbildung und vor allem auch als Ort der Begegnung. Die bestmögliche Förderung der Gemeinschaft in der Region liegt Melanie Prodinger ohnehin in allen ihren Tätigkeitsfeldern sehr am Herzen. „Aufgrund der Kleinstrukturiertheit des Lungaus ist hier der Zusammenhalt besonders wichtig, denn nur gemeinsam kann man Großes erreichen. Unsere Aufgabe als Bezirksvorstand ist es, diese Gemeinschaft zu fördern und zu erweitern.“ Das tat die Lungauer Landjugend auch vor kurzem: Mit einem feierlichen Gründungsfest der Ortsgruppe in St. Michael, es ist die achte Landjugendgruppe im Lungau. Dass man sich auch generationenübergreifend engagiert, verdeutlicht das jüngste Projekt, bei dem die Landjugend in Zusammenarbeit mit Biosphärenpark und LFS Tamsweg in den heimischen Volksschulen „Eachtling-Pyramiden“ bauten.

Der Lungau und seine Menschen sind für mich …

… ein Platz, wo man Kraft findet, sich erholt, seine Freunde und Familie trifft. Kurz gesagt: Heimat!

andreas_hakenberg

Geschäftsführer der Amefa Stahlwaren GmbH in Solingen (Deutschland) und Wahllungauer

37 Jahre jung, Ehemann von Daniela und Vater von Florian (drei Monate), ist Hans-Peter Seitlinger ein Vorbild öffentlichen Engagements, das größtenteils ehrenamtlich. Als Vizebürgermeister von Tamsweg vertritt der Landwirt die Interessen der Bevölkerung, gleichermaßen engagiert ist er in weiteren Funktionen, etwa als Obmann des Ortsbauernbundes und der Weggenossenschaft. Der größte Teil des Herzens des ambitionierten Tamswegers schlägt jedoch für die Freiwillige Feuerwehr. Es ist seine „zeitintensivste Aufgabe“, wie er selbst sagt, und jene mit den meisten Ansprüchen. Diese erfüllt der Ortsfeuerwehr-Kommandant (seit 2008) aber sehr gerne. „Die Aufgabe, für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen, ist eine sehr schwierige, aber sehr schöne“, bestätigt der 37-Jährige. Hans-Peter Seitlinger stellte sein Know-how und seine Führungsqualitäten schon vielfach unter Beweis – zuletzt beim Großeinsatz anlässlich des Brandes des Gasthauses „Gambswirt“, heuer im Juli, im Zentrum des Bezirkshauptortes. Großer Respekt wurde dem Feuerwehrchef und seinen hunderten Einsatzkräften gezollt. Erfreulicheres Ereignis dann der 20. Bundesfeuerwehr-Jugendbewerb, bei dem die heimischen Florianijünger ihr Organisationstalent unter Beweis stellten. „Eine große Ehre für Tamsweg und eine Bereicherung für die ganze Region“, so das bescheidene Resümee. Ob er nun repräsentiert oder agiert: Hans-Peter Seitlinger ist Mann der Zukunft für Tamsweg und für den ganzen Lungau.

Der Lungau und seine Menschen sind für mich …

… der schönste Fleck Erde, den es gibt.

annemarie_indinger

Lehrerin i. R., Erwachsenenbildnerin und „Schreiberin“

Worte mit Flügel, gebaut in der Schreibwerkstatt, steigen zum Himmel“ – Annemarie Indinger ist die Begründerin des Lungauer Frauentreffs, eines Fundaments für Frauen in der Region, auf dem sich in all den Jahren viele weitere Initiativen und Projekte aufbauten. Aus dem Frauentreff heraus enthob die liebenswürdige Seniorin auch „ihre“ Lungauer Schreibwerkstatt. Heute ist Annemarie Indinger Mitte achtzig. Die Tamswegerin war Lehrerin und als Mutter „zehn Jahre lang daheim bei den Kindern“. 14 Jahre lang betreute sie eine Schwerstbehindertenklasse im Sonderpädagogischen Zentrum. Eine wertvolle Erfahrung, wie sie betont: „Das hat mir viel gegeben, es war sehr prägend für mein Leben.“ Mit ihren „Schreiberinnen“ feierte sie diesen Juni das zehnjährige Jubiläum der Lungauer Schreibwerkstatt – wie es eine davon speziell für Bäuerinnen gibt. Eine vermeintlich kurze Zeit in Annemarie Indingers bewegten Leben – im Hinblick auf die kleine, feine Interessengemeinschaft von Hobbyautorinnen jedoch eine ansehnliche Zeit. Mit einem Tag der Literatur feierte man im Kunstigel „White Noise“, der diesen Sommer bekanntlich im Schlosspark von Tamsweg gastierte, den Geburtstag. Mit dabei eine stattliche Abordnung jener Damen, die unter der Anleitung von Annemarie Indinger die Leidenschaft fürs Texten, Dichten und Schreiben fanden – und weiter verfolgen. „Schreiben tun viele, aber nicht alle haben lang durchgehalten. Mir ist Schreiben ein Anliegen“, freut sie sich über jeden interessierten Teilnehmer. Den ganzen Lungau ist sie abgekommen und hat in sämtlichen Gemeinden Schreibwerkstatt-Nachmittage und -Abende gehalten.“ Dies auch deshalb, da ihr der Kontakt zu den Leuten sehr wichtig ist. Auch heute noch. So plant sie weiter, aktuell „sogar“ einen Schreibwerkstatt-Abend für Männer. „Ich wurde überredet“, schmunzelt die 84-Jährige. Dass sie sich im Leben nie viel erwartet hat, fügt sie nebenbei hinzu. Umso beeindruckender, was alles gekommen ist.

Der Lungau und seine Menschen sind für mich …

… Heimat. Mein Grundsatz ist, dass wir alle gleich sind, dass wir alle gleich viel wert sind.

helga_klary

Hotelierin und Norikerpferde-Züchterin

Im Landhotel Postgut in Tweng dreht sich sehr wohl alles um den Gast und dessen möglichst angenehmen, attraktiven und erholsamen Aufenthalt. Aber nicht nur, denn bei der Familie Klary – bestehend aus Helga, ihrem Ehemann Christoph und den zwei Kindern, Michael (16) und Katharina (9) sowie ihren Schwiegereltern Willi und Marija Klary – laufen auch einige stramme Hufe mit: Norikerpferde. Diese österreichische Kaltblutrasse ist Leidenschaft der Hoteliers und weiteres Standbein zugleich. Bringt es dem Postgut immerhin auch den einzigartigen Zusatz des „ersten Noriker Reithotels Österreichs“. Seit zehn Jahren ist die Familie am Lungauer Fuß des Radstädter Tauerns zuhause. „Den Standort haben wir aufgrund der Gunstlage zu Obertauern gewählt. Aber vor allem eben auch wegen der Norikerpferde, da sie hier im Salzburgerischen ihren Ursprung haben“, erklärt Helga Klary. Sie ist stets um Vermarktung und Positionierung des Norikers bemüht: „Ich sehe mich als Botschafterin für den sportlichen und vielseitigen Noriker, der im Freizeitbereich immer beliebter wird.“ So wird am Postgut nicht nur Reitunterricht ausschließlich auf den Kaltblütern angeboten, sondern auch eine eigene Zucht betrieben. Diesbezüglich kann der Betrieb mit einem weiteren Alleinstellungsmerkmal aufwarten. „Wir sind als erster Norikerzuchtbetrieb in der Lage, Noriker-Gefriersperma weltweit zu versenden“, erklärt Helga Klary.
Dass sich die 38-Jährige auch im Gemeinderat engagiert, spricht für ihr Streben nach Weiterentwicklung. Gibt es schließlich auch in ihrem Umfeld „noch einiges zu tun“.

Der Lungau und seine Menschen sind für mich …

… und meine Familie eine neue Heimat geworden, in der es – so wie es auch auf allen anderen schönen Platzerln der Erde so ist – Ecken und Kanten gibt, mit denen man sich auseinandersetzungen muss und darf.

hans_bogensberger

Bürgermeister a. D., Kulturschaffender

Du weißt ja, wenn ich einmal anfange zu erzählen, dann geht es immer weiter“, leuchten Hans Bogensbergers Augen auch diesmal, als er über sein Tun erzählt. Untätigkeit gibt es beim ehemaligen Ramingsteiner Bürgermeister nicht. „Man muss sich immer ein Ziel setzen. Sobald ein Ziel vorhanden ist, ist auch die Energie da!“, ist der tüchtige Senior überzeugt. Seit  jeher ist er auf die Förderung von Kultur und auf die Besinnung traditioneller Werte bedacht. „Kultur ist mein Zugang, hier kann ich vermitteln. Kultur ist für den Menschen, sie ist eine Form der Auseinandersetzung mit dem Mensch-Sein“, ist Hans Bogensberger überzeugt. Als Gründer und Obmann des Kulturvereines „Ramingsteiner Wege“ bündelt er früher wie heute unermüdlich seine Kräfte, um dem „Stiefkind Kultur“ mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Keine Überraschung, dass auch sein aktuelles Projekt direkt beim Menschen ansetzt. „MenschenLeben“ ist eine regionale Produktion, in einzelnen Kurzfilmen werden 45 Menschen porträtiert. Mit ihnen allen hat er ein persönliches Interview geführt. Das auf DVD gepresste Ergebnis beschreibt er als einen „einmaligen Spannungsbogen über Menschen in einer Region. Schließlich ist eine Region nur durch die Definition der Menschen darin erklärbar.“ Zu Wort kommen verschiedenste Personen und Persönlichkeiten, auch Exil-Lungauer und „Zuagroaste“ hat Hans Bogensberger vor die Kamera gebeten.
Seine Leidenschaft und sein Herzblut Kultur hat der Familienvater und Großvater darüber hinaus auch als Bezirksobmann des Seniorenbundes auch schon vielen anderen vermittelt. Die Kulturfahrten, die er organisiert und es dabei nie verabsäumt, sie thematisch vorzubereiten, sind beliebt und haben sich etabliert. Sehr zur Freude des Veranstalters, der zu Recht herzlich lacht und stolz ist, dass bereits auch die jüngere Generation ihr Interesse zur Teilnahme an den Kulturausflügen bekundet.

Der Lungau und seine Menschen sind für mich …

… Ausgangspunkt und Zielpunkt zugleich. Fortgehen, um wiederzukommen.

matthias_moser

Edelbrände-Produzent

Traditionelle Landwirtschaft und regionales Brauchtum. Das sind die Wurzeln, die Matthias  Moser prägen. Es sind Geschenke, die Hias dem Lungau auch direkt wieder zurückgibt. Bekannt ist der leutselige, humorvolle „Müllnerbauer“ aus Zederhaus (nicht nur) durch seine Edelbrände. Diese erzeugen der dreifache Familienvater (Stefanie, 27, Matthias, 25, Johannes, 16) und seine Frau Gabi auf dem eigenen Hof, stets mit Bedacht auf bestes, handverlesenes Obst im richtigen Reifestadium und hoher Präzision. Und mit mittlerweile langjähriger Erfahrung und Liebe zum Produkt. Es ist eine andere Form der Bekenntnis zur Regionalität, dafür stehen unter anderem der Zirbengeist und der Zirbenlikör ebenso wie der echt lungauerische Wurzenbrand (aus Enzianwurzeln) und „der berühmte Vogelbeer“. An die dreißig Sorten Fruchtbrände zählen zum Sortiment aus dem Hause Moser, diese Vielfalt wird mit dem Falstaff-gekrönten „Lungauer Whiskey“ oder dem bei der Destillata 2014 mit Gold gekrönten Weinbrand noch ergänzt. Es sind dies nur zwei von vielen Auszeichnungen, die das Wirken der Edelbrandprofis krönen.
Wie tief Hias Moser mit seiner Heimat verwurzelt ist, das zeigt auch sein Wirkungsbereich über seine Biolandwirtschaft und Destillaterie hinaus: die Erzeugung von Hand gespaltenen Lungauer Lärchenschindeln, ein altes und selten gewordenes Handwerk. Die Musik ist ebenfalls seine Ausdrucksvariante: Seit vierzig Jahren ist der 54-Jährige in der Blasmusik engagiert. Er ist ausgebildeter Kapellmeister, Gründungsmitglied der Zederhauser Jagdhornbläser und Mitglied bei den Lungauer Blasmusikanten. Selbstverständlich, dass er auch die berühmte Prangstangen-Tradition pflegt. Neben dem „Wickeln“ der bis zu acht Meter langen und bis zu 80 Kilogramm schweren, mit tausenden Blumenblüten gestalteten Kunstwerke hat der tüchtige und sympathische Zederhauser dreizehn Mal die Aufgabe des Prangstangen-Trägers übernommen – seine beiden Söhne setzen aktuell diese Tradition fort.

Der Lungau und seine Menschen sind für mich …

… tief verwurzelt mit Brauchtum und Tradition.

joachim_schiffer

Unfallchirurg und Sportmediziner, Landesbergrettungsarzt

Der Lungau ist mein Zentrum. Nicht nur geografisch, weil es zwischen Spittal an der Drau, meinem Arbeitsplatz als Oberarzt der Unfallchirurgie und Salzburg liegt“, sagt Joachim Schiefer. Und es ist wirklich bei diesem Lebensmittelpunkt im Lungau geblieben, obwohl der Wirkungsbereich des 44-jährigen Mediziners, bei dem berufliche und private Interessen sich positv ergänzen, überaus weitgreifend ist. Das mit weitreichenden, positiven Folgen für die Allgemeinheit.
Joachim Schiefer und seine Partnerin, ebenfalls Ärztin, kommen nämlich weit herum. Neben den beruflichen Interessen teilt das Paar auch die Begeisterung für Outdoor- und Bergsport sowie im Allgemeinen für das Naturabenteuer. Das hat sie schon in die entlegendsten und alpinsten Ecken der Welt geführt. Und von dort wieder gerne nach Hause zurück. „Tamsweg ist, seit ich denken kann, ein Ort, an dem ich mich wohlfühle. Das hat auch mit profanen Dingen, wie dem Marktplatz, zu tun. Einem belebten wie beliebten Platz, der zum Verweilen einlädt, an dem man sich auch zufällig trifft, Neuigkeiten erfährt“. In Tamsweg befindet sich auch seine „Praxis Gesund“. „In der Privatpraxis kann ich mich vor Ort um die individuellen Bedürfnisse der Menschen kümmern. Dank moderner technischer Ausstattung kann ich chirurgische Eingriffe ambulant vornehmen und Patienten dank eines Pools an Profis bei einer raschen Rehabilitation und Regeneration unterstützen.“
Immer outdoor unterwegs ist Joachim Schiefer auch als Flug- und Bergretter, als Landesbergrettungsarzt, tätig. Als solcher investiert er viel in die Ausbildung. „Mit der steigenden Zahl der Bergrettungseinsätze nehmen die Anforderungen an uns Berg- und Flugretter in allen Bereichen zu. Ob technisch, medizinisch oder psychologisch. Um eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten, trainieren wir im Team regelmäßig auch unter widrigen Bedingungen.“

Der Lungau und seine Menschen sind für mich …

… unverwechselbar. Besonders.

josef_bogensberger

Juniorchef der Katschbergbahnen

Er verkörpert „the new generation“ der heimischen Bergbahner. Jung, aufgeschlossen, gebildet und professionell sowie auch dank seinem Großvater Hias Bogensperger, Gründer der Katschbergbahnen, und seinem Vater Josef Bogensperger sen., der das Schigebiet in den letzten 30 Jahren weiterentwickelte, in der Branche gewachsen. Diese „neue Generation“ hat von den Pionieren mitgelernt. Sie baut auf Bewährtes und nimmt sich der Veränderungen, die der Wandel der Zeit mit sich bringt, an.
Josef Bogensperger jun. hat den heutigen Auftrag von Gesellschaft und Wirtschaft an die heimischen Bergbahnen und ihre Infrastruktur als Motor des Tourismus verinnerlicht. Dass von den Investitionen der Bergbahnen alle Tourismusbetriebe abhängig sind, davon geht seine Arbeit aus. Der 34-Jährige verweist auf die heutige Grundvoraussetzung der künstlichen Beschneiung und auf den heuer errichteten Speicherteich 5 als aktuelle Investition. „The new generation“ beschreibt schließlich nicht nur ihn als Anbieter, sondern auch das Publikum von heute. „Die 14-Tage-Winterurlaube, wie sie zu Zeiten unserer Eltern und Großeltern noch üblich waren, gibt es heute nicht mehr. „The new generation“ ist kurzfristig in der Buchungsentscheidung, eine Woche Aufenthalt ist Maximum. Dafür sind diese bereit, pro Tag mehr Geld auszugeben, möchten aber auch mehr erleben.“
Fast logische Folge, dass der junge Bergbahner auch in den Tourismusverbänden der Orte Rennweg (Kärnten), St. Michael und St. Margarethen (Salzburg) im Ausschuss tätig ist: „Um gemeinsam die Region weiter zu entwickeln“.

Der Lungau und seine Menschen sind für mich …

meine Heimat, auf die man sich immer wieder freut, wenn man für längere Zeit im Ausland unterwegs war.

hans-peter_seitlinger

Vizebürgermeister von Tamsweg und Ortskommandant der Freiwilligen Feuerwehr Tamsweg

37 Jahre jung, Ehemann von Daniela und Vater von Florian (drei Monate), ist Hans-Peter Seitlinger ein Vorbild öffentlichen Engagements, das größtenteils ehrenamtlich. Als Vizebürgermeister von Tamsweg vertritt der Landwirt die Interessen der Bevölkerung, gleichermaßen engagiert ist er in weiteren Funktionen, etwa als Obmann des Ortsbauernbundes und der Weggenossenschaft. Der größte Teil des Herzens des ambitionierten Tamswegers schlägt jedoch für die Freiwillige Feuerwehr. Es ist seine „zeitintensivste Aufgabe“, wie er selbst sagt, und jene mit den meisten Ansprüchen. Diese erfüllt der Ortsfeuerwehr-Kommandant (seit 2008) aber sehr gerne. „Die Aufgabe, für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen, ist eine sehr schwierige, aber sehr schöne“, bestätigt der 37-Jährige. Hans-Peter Seitlinger stellte sein Know-how und seine Führungsqualitäten schon vielfach unter Beweis – zuletzt beim Großeinsatz anlässlich des Brandes des Gasthauses „Gambswirt“, heuer im Juli, im Zentrum des Bezirkshauptortes. Großer Respekt wurde dem Feuerwehrchef und seinen hunderten Einsatzkräften gezollt. Erfreulicheres Ereignis dann der 20. Bundesfeuerwehr-Jugendbewerb, bei dem die heimischen Florianijünger ihr Organisationstalent unter Beweis stellten. „Eine große Ehre für Tamsweg und eine Bereicherung für die ganze Region“, so das bescheidene Resümee. Ob er nun repräsentiert oder agiert: Hans-Peter Seitlinger ist Mann der Zukunft für Tamsweg und für den ganzen Lungau.

Der Lungau und seine Menschen sind für mich …

… der schönste Fleck Erde, den es gibt.

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