Solartankstelle Lungau

Herbstliche Ruhe breitet sich rund um den Preber aus. Genau der richtige Zeitpunkt für einen Besuch auf dieser Lungauer Sonnenterrasse. verbinden.
 Ein Artikel von Christian Heugl

Fotos: Christian Heugl

Eine Region wie der Lungau, die durchgehend über der magischen 1.000-Meter-Linie liegt, ist natürlich von Haus aus reich an Höhepunkten. Der Prebersee, nördlich von der Bezirkshauptstadt Tamsweg gelegen, sorgt aber noch einmal für eine Steigerung.

Auf 1.514 Meter Seehöhe breitet sich am Fuße des Prebers eine paradiesische Landschaft aus, die alle Wanderwünsche erfüllt.

Der Prebersee

Für einen ersten Überblick empfiehlt sich die Runde um den See. Die Gehzeit beträgt zwar nur 45 Minuten, aber im Landschaftsschutzgebiet entlang der Strecke gibt es soviel zum Staunen und Sehen, dass die Zeit nicht reichen wird. Eine gewisse Langsamkeit ist in dieser Region allerdings auch die Voraussetzung zum guten Gedeihen. Das sensible Moor etwa wächst pro Jahr gerade um einen Millimeter und jener Gletscher, der das sanfte Becken aushobelte, zog sich erst vor 13.000 Jahren zurück.

Dem nährstoffarmen Moor am Prebersee blieb das Schicksal vieler anderer Torfe erspart, deren Nutzen lange Zeit nur in Brennwerteinheiten gemessen wurde. Auf den Anhöhen Richtung Süden befinden sich noch weitere, allerdings nicht zugängliche Hoch- und Niedermoore im Besitz der Bundesforste, die für die Naturwissenschaft von höchstem Forschungswert sind. Auch das Wasser des Prebersees selbst ist vom Moor geprägt. Die braune Färbung entsteht durch die aus dem Torf gelösten Huminsäuren.

Der Prebersee ist zwar ein ausgewiesenes Schutzgebiet, aber das Gelände steht unter keinem Glassturz. So gibt es etwa zwei Einstiegsstellen, an denen sogar das Baden erlaubt ist und auf der Südseite laden freie Wiesen zum Picknicken ein.

Allerdings sind für den feuchten Schwingrasen eine wasserfeste Picknickdecke und ebensolche Sitzunterlagen empfehlenswert. Dafür speist man dann auch fußfrei erste Reihe mit Blick auf den Preber. Die sonnigen Aussichten lohnen sich zweifach, denn dort drüben gibt es weitere, wunderbare Routen zum Entdecken.

Der Preber

Foto: Maria Gappmaier-Löcker

Der pyramidenartige Preber hat im Winter wohl beinahe genauso viele Besucher wie im Sommer. Zu einladend sind die glänzenden Sonnenhänge, die selbst im Hochwinter nach einigen Schönwetter-tagen ein berauschendes Firnerlebnis versprechen. Noch aber lockt das Herbstgold der Lärchen, die auf dem bekanntesten Lungauer Berg besonders prachtvoll wachsen.

Es muss ja nicht gleich die lange Gipfeltour sein. Eine überaus lohnende Runde führt vom Prebersee zur Preberhalterhütte und bewegt sich dann gerade oberhalb der Waldgrenze hinüber zur Grazer Hütte. Sonniger geht`s fast nicht und kurz vor der Alpenvereinshütte queren wir mit dem Speikboden auch noch das Herkunftsgebiet einer Lungauer Rarität.

Der unscheinbare Echte Speik, dessen starke Wurzeln ausgegraben und zur Parfüm- und Seifenherstellung verwendet werden, war früher einmal ein kostbarer Handelsartikel, der bis in den Orient exportiert wurde. Heute steht der seltene Speik unter Naturschutz. Nur einige Grundbesitzer haben noch das Recht, den Speik in Form von Speikseife oder Gewürzsackerln zu vermarkten. 

Der Speik kommt in den nördlichen Kalkalpen nicht vor, er kann nur auf Silikat gedeihen. Also auf jener geologischen Einheit, die für die Botanik und Wanderer gleichermaßen optimale Voraussetzungen schafft. So wie hier in den Schladminger Tauern und ganz speziell am Preber.

Der  Schießstand der Preberschützen. Eine wichtige Rolle bei dieser einzigartigen Veranstaltung spielt das spezielle Moorwasser, denn die Schützen zielen aus 120 Metern Entfernung nicht direkt auf die Scheiben, sondern auf das Spiegelbild im See.

Kartographie: Outdoor Active GmbH

Wandern am Preber
Anfahrt: A 10, Abfahrt St. Michael. Auf der B 99 nach Tamsweg und 9 km weiter zum Prebersee (Parkplatz).   Info: www.tamsweg.info

Rund um den Prebersee (Tour 1)
Startpunkte: 3 verschiedene Parkplätze entlang der Landesstraße.
Gehzeit: 45 Min.
Länge: 1,5 Km
Charakter: auf gut befestigten Stegen und Wegen um den Moorsee

Preber Rundweg zur Grazer Hütte (Tour 2)
Startpunkt: Parkplatz Ludalam
Route: Auf der Straßenseite vis-a-vis zweigt ein beschilderter Wirtschaftsweg zur Prodingeralm und weiter zur Preberhalterhütte (1.862 m) ab.
Über schöne Almböden bergauf, dann knapp unter 2.000 Meter Seehöhe nach rechts (O) über den Speikboden zur Grazer Hütte (1.896 m). Über den Hüttenweg 787 zur Landesstraße hinab und entlang dieser 2 km retour zum Prebersee.

Gehzeit: 4,5 bis 5 Stunden
Länge: 9,5 km
Höhenmeter: 600 m
Charakter: abwechslungsreiche, sonnige Wanderung auf Wirtschafts- und Almwegen. Festes Schuhwerk.

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