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Türkises Holz im Vintage Style

Eine der ältesten genutzten Pflanzen ist für den Wohnraum neu entdeckt: Holz in seiner natürlichen und spannendsten Form. Dabei hält der Zeitgeist der 1950er- und 1980er-Jahre erneut Einzug in die eigenen vier Wände.

Ein Wasser abweisendes Relaxparkett für den Wellnessbereich im Bad, versilberte Hölzer in schrillem Pink, Türkis und Violett als Wandverkleidung im Wohnzimmer, gebrauchtes Holz aus alten Stadln oder von ehemaligen Brücken für den gemütlichen Touch im Schlafzimmer: In seiner vielfältigsten Form und Verwendung findet sich Holz aktuell in Häusern und Wohnungen. Bereits im 19. Jahrhundert war die holzvertäfelte Wandbekleidung im Unterschied zur weißen, kahlen Wand gängig und beliebt. Eine „hölzerne Wohnecke“ stand in der Biedermeierzeit für Gemütlichkeit, als intimes Versteck vor der Außenwelt und als Rückzugsort. Schon damals stand das natürliche Material für Wohlbehagen und Wärme. Mit der gemütlichen, rustikal-elegant wirkenden Biedermeierwohnung hat das heutige Wohnen nur mehr bedingt zu tun. Das 20. und 21. Jahrhundert ist zumeist einer reduktiven Ästhetik verpflichtet. Symmetrisch, nüchtern, schlicht und filigran lautet der Trend für die eigenen vier Wände. Neben großen Flächen und geraden Linien ist eine Form von Luxus, die abgewohnt aussieht, gefragt. Haptische und optische Erlebnisse sind begehrt. Diese werden mit außergewöhnlichen Details, Accessoires und mit Holz in allen Varianten erzielt. Der Rohstoff Holz erlebt ein buntes Revival in seiner spannendsten Form. Als natürliches, unbehandeltes oder versilbertes Material verleiht es dem Wohnraum Spannung, Struktur und Gemütlichkeit. Der Zeitgeist der 1950er und 1980er Jahre hält neuerlichen Einzug in den Wohnraum. Retro, Vintage und Used Style liegen im Trend. Holz in rauer, dreidimensionaler Optik oder in Relief-Form bei Wänden, Böden, Interieur und Terrassen kennzeichnet das neue Wohnerlebnis, so der Salzburger Innenarchitekt Thomas Brunauer. Accessoires und Details in Petrol- und Neonfarben sowie in den Modefarben Hellgrün, Violett, Pink und Türkis sind genauso gefragt wie Naturfarben und naturbelassene Oberflächen, die gebraucht und beschädigt wirken, völlig unbehandelt bleiben oder nur geölt werden. Altes mischt sich dabei mit Neuem. Räume, gehalten in schlichten Farben und Formen, stehen im Kontrast zu auffälligem Interieur. Kontraste und Gegensätze dominieren das neue Wohnerlebnis.

Die Eiche für ein neu

entdecktes Wohngefühl

Rund 30.000 Baumarten wachsen auf der Welt, etwa hundert davon werden für Möbel, Fußböden, Decken- und Wandverkleidungen verwendet. Die Arten von Hölzern und ihre Kombinationen für den Wohnraum sind vielfältig. Während die Verbindung von Buche und Kirsche ihre Aktualität eingebüßt hat, gilt die Eiche als neu entdeckt. Gedämpft oder geräuchert, in Weiß oder Grau, bringt der Innenarchitekt Thomas Brunauer das Holz ins Spiel und spricht von einem Comeback der Eiche. Eine speziell entwickelte Lasur lässt die goldbraune Cognac-Farbe des Holzes dabei durchschimmern. Auf der Suche nach den neuesten Trends und Innovationen reist der Architekt nach Berlin, Barcelona, Florenz, Pisa oder Antwerpen. Daneben inspirieren ihn Einflüsse aus der Mode- oder Automobilbranche. Eiche sei außerdem besonders widerstandsfähig und vielseitig einsetzbar, ist

der Holzmöbelhersteller WoodyLiving überzeugt. Holz in Verbindung mit grobem Metall liege dabei gerade besonders im Trend. Neben dem Einsatz für Böden werde Eiche auch für Tische oder Stühle verwendet. Bei der Kombination von Fußböden und Möbeln wird auf verschiedene Holzarten zurückgegriffen, um den erwünschten Kontrast zu erzielen. Während einer Verbindung von Eiche mit Kirsche dabei beispielsweise abzuraten ist, erziele die Kombination von Eiche mit Nuss dagegen eine sehr edle Kombination, so Thomas Brunauer. Daneben werde Hemlock, eine spezielle Art der Tanne, bevorzugt. In jedem Fall ist die Gesamtkomposition ausschlaggebend. Kontraste und Gegenpole in Form, Stil, Fläche und Material, werden sowohl bei Hölzern als auch bei der Kombination von Holz mit anderen Materialien wie Lack und Leder, Textil und Stein gesucht.

Holz wirkt positiv auf die Gesundheit

Mit Holz gestaltete Räume wirken auf den Menschen immer wärmer als sie tatsächlich sind. Die Oberflächen tragen wesentlich zu einem angenehmen Raumklima bei, da der Rohstoff die Luftfeuchtigkeit des Raumes wirkungsvoll reguliert. Das Material hat außerdem einen schonenden Einfluss auf das Immunsystem, weil es Schadstoffe aus der Atemluft aufnimmt und ihre Konzentration in wenigen Stunden bis auf ein Zehntel verdünnt. Außerdem ist der Rohstoff weniger anfällig für Bakterien als Kunststoff. Bei recycelten Hölzern steht der umweltfreundliche Aspekt der Wiederverwertung im Vordergrund. Besonders gut kann Holz seine optimale Wirkung in lichtdurchfluteten Räumen mit einer guten Akustik entfalten. In Verbindung mit Licht werden Effekte und Maserungen besonders gut zur Geltung gebracht.

Eva Pittertschatscher

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