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… und welcher ist dein Lieblingsstern?



Sirius vielleicht, er ist jedenfalls der hellste Stern am Nachthimmel über dem Prebersee. Im Lungau sind die Sterne so gut zu sehen, wie an kaum einem Platz auf der Welt. DIE LUNGAUERIN war des Nachts mit dem jungen Tamsweger Hobbyastronom Othmar Ortner am Prebersee unterwegs.
Ein Artikel von Andrea Kocher

Chile, Australien, Madagaskar, Namibia, Lungau. Die Reihung der Länder ist definitiv korrekt, wenn es um die Qualität der Dunkelheit des Nachthimmels geht. Für den strahlenden Sternenhimmel gibt es nämlich ein Geheimnis: die geringe Lichtverschmutzung

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. Keine Straßenlaternen, keine blinkende Werbeanzeigen wie in der Großstadt, keine Permanentbeleuchtung von Wegweisern oder Gebäuden. Davon können Städte nur träumen, von diesen dunklen Nächten.

Milchstraße mit Othmar Ortner

Foto: Othmar Ortner

Der Prebersee oberhalb von Tamsweg ist einer der ganz besonders guten, kaum lichtverschmutzten Plätze im Lungau. Das trifft auch auf das Lessachtal, die Karneralm und Hintermuhr zu. Von Naturliebhabern untertags sind diese Platzerl im Lungau ohnehin bekannt – weniger sind sie populär in Fachkreisen: Sie gelten als die Geheimtipps der Sternenschauer und Astronomen, und zwar spät in der Nacht. Niemand muss Gestalt der Finsternis sein, um den Reiz der Nacht zu erkennen. Beim nächtlichen Rundgang am Prebersee, wie ihn DIE LUNGAUERIN erleben durfte, ergibt sich nicht nur die Erkenntnis, wie wunderschön der Sternenhimmel ist. Sondern auch, wie ausgezeichnet sich das menschliche Auge an die Dunkelheit anpassen kann.

So viel Universum…

„Die Stirnlampe kannst du ruhig im Auto lassen, die braucht man nicht“, ist der erste Hinweis, den Othmar Ortner gibt. Und tatsächlich. Nach wenigen Schritten Aufenthalt in der finsteren Prebersee-Nacht kann man recht passabel sehen. Der Weg, die Natur, der Bergrücken des Prebers. Orientierung rund um den Prebersee quasi total. Als nächste Info eine recht entscheidende: „Kennst du nicht den österreichischen Licht Leitfaden?“ Das höre ich zum ersten Mal und es erstaunt direkt, dass es einen Leitfaden „Besseres Licht – Alternativen zum Lichtsmog“ tatsächlich gibt. Bei näherer Betrachtung hat dieser jedoch mehr Berechtigung als ähnliche andere Eitelkeiten. Denn Lichtverschmutzung gibt es eben – mit Ausnahme der vorhin genannten, meist entlegenen und dünn besiedelten Länder – so gut wie überall. „Die Lichtverschmutzung kommt eigentlich überall vor“, erklärt Othmar. Straßenbeleuchtung gibt es sogar am Land, sie allein beeinflusst bereits die Sichtbarkeit des Sternenhimmels. Und in der Stadt? Da sind, wenn dann, nur wenige Sterne zu sehen. Und meist gar keine.

Wie könnte nun der Sternenhimmel über der Stadt Salzburg so aussehen? Immerhin eine Stadt, in der alles soweit noch in Ordnung ist. Aber bei näherer Betrachtung zeigt sich, es stimmt wirklich: Die Sterne kann man trotz klarer Nächte kaum sehen. Im Lungau hingegen – und Othmar spricht hier aus Beobachtererfahrung – ist der „komplette“ Himmel mindestens vier Mal im Monat klar. Das hat neben der „Lichtreinheit“ unter anderem mit der Mondphase zu tun. Als Laie tut man sich grundsätzlich schwer, dieses „ziemlich viel“ an Universum bezeichnen zu können. Othmar hilft mit Erklärungen aus und versucht es mit Grundsätzlichem: Sterne drehen sich quasi über unseren Köpfen im Laufe der Nacht. Der Große Wagen sah beim Abmarsch am nordöstlichen Eingang zum Prebersee noch ganz anders aus als nach dem Seerundgang aus Blickrichtung der Ludlalm.

„Die Erde bewegt sich immer weiter und dadurch auch die Sterne. Das Bild ist von Minute zu Minute ein anderes
. Wobei manche Sternbilder die nötige Fantasie auch noch verlangen“, so Othmar. Ich staune über die Erklärungen, und darüber, dass auch noch ein Satellit am Himmel „vorbeizieht“– sicher die ISS, die nach wenigen Minuten wieder außerhalb unseres Sichtfeldes in der Erdumlaufbahn verschwindet. Beeindruckend über alle Maßen.

… so viel Unendlichkeit auf einmal

Hyaden mit Aldebaran

Von derart regem Treiben am Himmel überrascht, geraten die Sternbilder am klaren „Preber-Himmel“ wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Welche denn die Prominenten unter ihnen sind, möchte ich wissen: Orion sowie der Große und Kleine Wagen, diese sind ja wiederum Teile vom Großen und Kleinen Bären. Kassiopeia, die Königin der Nacht. Auffällig der Stern Aldebaran, das Auge des Stiers, auf den übrigens Orion, dieser ist wiederum ein Sternbild, zielt. Wow, so viele auf einmal. Es hilft für das Vorstellungsvermögen, dass Othmar erklärt: „Die Gürtelsterne fangen im Laufe der Nacht sehr zu leuchten an, da sie durch die Anpassung der Augen immer „heller“ wirken“, sagt er und fügt hinzu, dass man eine wirklich gute Fantasie braucht, um den Kleinen Hund zu erkennen. Die Milchstraße hingegen kennt aber eh eigentlich jeder – besser gesagt, die Bilder davon. Denn die Milchstraße, deren Zentrum heller ist, ist nur zu sehen, wenn der Mond nicht scheint – oder sie nicht von der Lichtverschmutzung überdeckt wird. In Wahrheit haben 60 Prozent der Europäer die Milchstraße noch nie gesehen.

Beeindruckt von Arktur und den Sterntemperaturen

Ich gehöre also zu den glücklichen 40 Prozent. Dass es Milliarden von Galaxien gibt und die Milchstraße eine der drei Galaxien ist, die mit freiem Auge sichtbar sind, hatte ich auch vergessen seit meiner Schulzeit. Und dass es auch noch die Andromeda-Galaxie sowie die Dreiecksgalaxie gibt, das ist ebenso bekannt. Den prominentesten unter den Sternen habe ich mir hingegen immer schon gemerkt, den Polarstern. Er dient immerhin zur Navigation, da er im Norden steht. Nicht ganz so populär hingegen, und das zu unrecht, ist Arktur. Mir gefällt der Name, Othmar die Farbe und dass er der dritthellste Stern am gesamten Sternenhimmel ist.

Es kommt Temperatur in die, trotz Frühling, noch kalte Nacht am Prebersee. 5.500 Grad Celsius an der Oberfläche – nicht des Sees, sondern von Arktur, und es geht noch viel, viel heißer – sind für Menschenverständnis schon un-un-undenkbar heiß. Geht es weiter in Richtung Kern, sprechen wir von zig Millionen Celsius. Der Stern scheint oranger, je kühler er ist. Je heißer er ist, desto blauer. „Das muss man sich wie bei einem Feuer vorstellen. In der Mitte ist es blau und somit am heißesten.“ Heiß bedeutet auch hell und kürzere Lebensdauer, da die Brennstoffe früher verbraucht sind. Die Sonne übrigens hat zirka 5.000 Grad. In diesem Zusammenhang erschreckt die Information und die Vorstellung, dass auch der Stern Sonne irgendwann einmal sterben wird
. Wir müssen uns jedoch keine
definitiven Sorgen machen, versichert mir Othmar: Die Sonne ist 4,5 Milliarden Jahre alt und wird zirka 9 Milliarden Jahre schaffen. „Normale“ Sterne bringen es übrigens auf durchschnittlich 50.000 Millionen Jahre. Recht überschaubar, oder?

Planeten sind der Erde näher

Hoch überm Preber

„Ich hol‘ dir den schönsten Stern vom Himmel“, Schlagerstars sollten mit Ankündigungen wie diesen lieber etwas vorsichtiger sein. Eher sind es noch die Planeten, die zumindest für Menschenverstand näherliegend sind. Venus, Symbol der Liebe und immerhin der hellste unter allen Planeten, ist einer der bekanntesten in unserem Sonnensystem. Proxima Centauri trägt seinen Namen nicht ohne Grund: Er ist der sonnennächste Stern, die Kleinigkeit von 4 Lichtjahren von der Erde entfernt. Othmar versucht, die Dimension darzustellen, und rechnet zum besseren Verständnis vor: „9 460 000 000 mal 4 ergibt 38 Billionen Kilometer.“ Die Rechenaufgabe geht weiter. „Es sind 300.000 km von der Erde zum Mond und 40.000 km rund um die Erde. Das Licht braucht von der Erde zum Mond 1 Sekunde. Mit dem Auto und 100 km bräuchte man 125 Tage, um zum Mond zu gelangen. Von der Erde zur Sonne braucht das Licht 8 Minuten. Das sind übrigens 150 Millionen Kilometer.“ Alles klar? Check!

Zwischendurch fällt mir noch Galileo Galilei ein. Ich hätte eventuell im Schulunterricht ein Plus bekommen für die Zuordnung eines Namens einer richtigen Person. Othmar hingegen bleibt professionell, verweist auf Jupiter und seine Monde, die mir bekannt sein sollen, weil sie ja galileische Monde heißen, benannt nach ihrem Entdecker. „Die galileischen Monde sind die vier größten Monde des Jupiters. Der wiederum ist der größte Planet des Sonnensystems, für das ist er bekannt und er ist mit freiem Auge sichtbar.“ Um seine Monde zu sehen, braucht man allerdings ein Fernglas. Wieder gibt es Gründe zum Staunen. Wer mit mehr Vergrößerung schaut, erkennt die Ringe von Saturn (Galileo erkannte damals zumindest Ohren).

Im Zauber der sternenklaren Nacht

Bewegte LandschaftEs ist keine Seltenheit, dass sich Othmar Ortner mitten in der Nacht aufmacht, um die restlichen Stunden bis zum Morgengrauen an einsamen Plätzen inmitten der Natur zu verweilen

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. Still den Blick nach oben zu den Sternen gerichtet, die Fotokamera samt Stativ positioniert, immerzu ein Blick auf das Lichtmessgerät. Der 20-jährige Tamsweger ist wahrlich eine Ausnahme, was die nächtlichen Aktivitäten eines jungen Erwachsenen betrifft. Im Bann der Astronomie sind ihm die Sterne bessere Alternative zu Nachtlokalen und Diskotheken. Woher Othmar eigentlich das alles weiß, möchte ich aber schon noch wissen. Dass es ihn immer schon interessiert hat, ist keine überraschende Antwort. Seine VWA zur Matura war vor einem Jahr erst der Anfang, die Hobbybeobachtungen in wissenschaftliche Betrachtung zu wandeln: „Eigene Beobachtung und Fotografie von astronomischen Ereignissen“ titelte Othmar seine Arbeit. Er spricht von Merkur-Transit, von den 3 Kometen, von Mondfinsternis. An die partielle Sonnenfinsternis vom 25. September 2015 kann sich wohl noch ein jeder erinnern.

Im Universum nicht allein

So ein Fleck wie im Lungau, der Prebersee, das hintere Lessachtal, die Karneralm und auch Hintermuhr, sind in astronomischer Hinsicht also etwas ganz Besonderes. Astrotourismus, dieser Begriff hat gleichermaßen seine Berechtigung wie der seltene Tourismuszweig. 7.500 Sterne sieht man mit freiem Auge! Wenn man sich als laienhafter Sternenhimmelkonsument plötzlich ein Teleskop oder eine Sternwarte an den Prebersee wünscht, dann hat dies kein Werbeslogan der Welt geschafft. Weshalb das Interesse derart vorhanden ist, ist begründet in der Faszination Universum, der Romantik einer sternenklaren Nacht und der Unglaublichkeit der Wissenschaft. Wir dürfen genießen – und die Astronomie forscht einstweilen
. Denn eigentlich,
so versichert mir Othmar abschließend, gibt es nur einen Gedanken dahinter: Planeten außerhalb unseres Sonnensystems sowie noch anderes Leben im Universum zu finden. Wir sind nicht allein…



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